Mit 1. Jänner 2021 hat der Verein „Kima Club Südtirol“ offiziell seine Tätigkeit aufgenommen. Der “Klima Club Südtirol” wird sich vor allem dafür einsetzen, dass die Klimaziele und die Resilienzmaßnahmen in Südtirol erreicht werden. Der Verein wird sich besonders darauf konzentrieren, Bewusstseinsbildung im Bereich des Klimaschutzes zu betreiben, um die Menschen und die Politik für den Klimaschutz zu sensibilisieren und bietet Entscheidungsträgern seine fachliche Unterstützung an. Wichtig ist dem “Klima Club Südtirol”, der sich als überparteilich und ehrenamtlich versteht, dass die Entscheidungen im Bereich des Klimaschutzes auf einer wissenschaftlichen Grundlage getroffen werden. Gegründet wurde der Verein von mehreren Personen mit langjähriger Erfahrung aus dem Energie- und Umweltsektor und dem Rechtsbereich.
Entstanden ist der “Klima Club Südtirol”, damit die Möglichkeiten unseres Landes im Bereich des Klimaschutzes besser genutzt werden und er möchte dabei helfen, Südtirol zu einem „Klimaland“ und zum Vorreiter im Bereich Klimaschutz zu machen.
Die Politik hat eine Schlüsselfunktion in Sachen Klimaschutz: Sie ist es, die die Rahmenbedingungen für einen zukunftsweisenden Klimaschutz stellen kann und soll. Sie hat die Möglichkeit und die Pflicht, die Gesellschaft in ihren Bemühungen zu unterstützen, dem Klimawandel wirkungsvoll entgegenzutreten. Aufgrund der aktuell schwierigen Situation weltweit konzentriert sich im Moment aber vieles auf die akute Gesundheitslage, Phänomene wie der Klimawandel werden dadurch in den Hintergrund gedrängt. Doch auch der Klimawandel stellt eine mittlerweile sehr akute Bedrohung für die Menschheit dar und erfordert sofortige Entscheidungen und effiziente Maßnahmen. Die Wissenschaft liefert schon länger Erkenntnisse und Vorschläge, auf deren Basis nun die Umsetzung der ehrgeizigen EU-Klimaziele erfolgen muss.
Der “Klima Club Südtirol” wurde in Absprache mit einigen maßgeblichen Organisationen im Bereich Klima- und Umweltschutz gegründet und sieht sich als Ergänzung zu diesen bereits bestehenden Organisationen. Die sieben Gründungsmitglieder des Vereins kommen aus dem Energie- und Umweltsektor und dem Rechtsbereich und bringen zum Teil langjährige Erfahrung aus diesen Sektoren mit, vor allem in der Umsetzung von Maßnahmen.
Die Gründungsmitglieder: Johann Czaloun, Maschinenbauingenieur, Entwicklungen (Seilbahnwesen/Photovoltaik); Thomas Egger, langjährige Erfahrung in Energie-, Umwelt- und Prozessmanagement; Gerd Huber, langjährige Erfahrung in der Umwelt- und Energieberatung; Eva Ladurner, Biologin mit Schwerpunkt Artenschutz und Biodiversität; Roland Plank, Mikrobiologe, langjährige Erfahrung in der Umwelt- und Energieberatung; Martin Sulser, Ingenieur der Energie- und Umwelttechnik; Ulrike Vent, Rechtsanwältin in Meran.
Klimaziele – warum? Die durchschnittliche globale Temperatur hat sich im langjährigen Mittel bereits um 1,1 °C erhöht. Laut Vereinbarung im Pariser Klimaabkommen verpflichtet sich die Staatengemeinschaft, den globalen Temperaturanstieg auf „deutlich unter 2°C, möglichst auf 1,5°C” zu begrenzen. Falls das nicht gelingt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass durch sogenannte „Kippeffekte“ (z. B. Auftauen großer Teile der Permafrostböden) der Temperaturanstieg komplett außer Kontrolle gerät, mit unabsehbaren Folgen für die Erde. Um ein solches Szenario zu verhindern, müssen bis zum Jahr 2030 die Weichen für den Ausstieg aus der fossilen Energie gestellt werden. Auch Südtirol ist noch weit davon entfernt, ohne fossile Energie auszukommen, und das nicht nur im Verkehrsbereich. In Südtirol wird immer noch weit über 50% der Heizenergie im Haushaltsbereich aus fossilen Energien gewonnen! Um das zu ändern, braucht es jetzt mutige politische Vorgaben, an denen sich die Südtiroler Bevölkerung orientieren kann. Wollen wir das Zwischenziel 2030 noch erreichen, ist auch in Südtirol dringender Handlungsbedarf gegeben.
Erstes Ziel: Der Klimaplan. Als eines der ersten Ziele setzt sich der “Klima Club Südtirol” dafür ein, dass Südtirol so schnell wie möglich einen ausgereiften, starken „Klimaplan“ erhält, in dem die oben genannten Vorgaben rechtsverbindlich festgeschrieben sind. Zu diesem Zweck hat der “Klima Club Südtirol” dem Landeshauptmann und der gesamten Landesregierung am 9. Dez. 2020 ein Schreiben mit konkreten Forderungen gesendet, wie ein Klimaplan für Südtirol aufgebaut werden sollte (s. Anlage). Die Politiker sind dabei in einer besonders wichtigen und zugegebenermaßen auch schwierigen Situation, da sie für einen Interessenausgleich sorgen müssen. Aber der Klimawandel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und kann nicht von der Politik allein gelöst werden, sondern es ist ein breiter Diskurs in der gesamten Bevölkerung erforderlich. Aus diesem Grund hat der “Klima Club Südtirol” der Landesregierung auch seine fachliche Unterstützung und seine Bereitschaft einer Zusammenarbeit angeboten und die Notwendigkeit eines breiten Diskurses unterstrichen.
Unser Klima – auch in Südtirol – hat sich bereits verändert. Die für uns alle spürbaren Effekte des Klimawandels werden sich weiter verstärken. Es braucht jetzt größere Anstrengungen von uns allen, um dem etwas entgegen zu setzen.
