Hervorgehoben

Arbeitsdokument zum „spezifischer Teil“ des Klimaplan Südtirol 2040

Aufgrund des kurzen verfügbaren Zeitrahmens war es uns nicht möglich, eine umfassende Analyse des „spezifischen Teils“ des Klimaplans Südtirol 2040 vorzunehmen. Auch war es nicht möglich, umfassend zu allen Themenbereichen auf Zahlen und wissenschaftlichen Grundlagen basierende Vorschläge und Stellungnahmen auszuarbeiten, wie wir es beim Entwurf “Klimaplan Energie-Südtirol 2050 Update 2021” gemacht haben. Uns ist aber die Dringlichkeit sehr wohl bewusst. Wir unterstützen ausdrücklich eine schnelle Verabschiedung des Klimaplans und vor allem eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen, auch wenn der vorliegende Plan (Teil 1 und Teil 2) aus unserer Sicht unvollständig ist. Im Rahmen unserer Möglichkeiten und in der Kürze der Zeit, haben wir eine Stellungnahme mit Ergänzungen, Vorschlägen und Anmerkungen erstellt. Unsere Stellungnahme ist aus diesem Grund auch unvollständig, teilweise nur stichwortartig und entspricht nicht zur Gänze unseren Ansprüchen. Die Vorschläge sind dennoch alle fundiert und sind teilweise in anderen Klimaplänen und/oder Klimagesetzen anderer Länder bereits enthalten.
Wie schon mehrmals mitgeteilt, sind wir der Meinung, dass viele Ziele, die im Klimaplan enthalten sind, sehr ambitioniert sind. Dies ist ein ausgesprochen positiver Aspekt und wir werden die Ziele und die Umsetzung derselben mit allen Möglichkeiten, die wir als Klima Club Südtirol haben, ausdrücklich unterstützen.

Besonders positiv hervorheben möchten wir:

  • Klimaneutralität bis 2040
  • Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen…des Schwerverkehrs um nahezu 100% bis 2037
  • bis 2030: Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um 40%
  • Ab 2023 dürfen keine mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizkessel zur Wärmeerzeugung in Wohngebäuden eingebaut werden
  • Die Genehmigung von Torfabbau wird unmittelbar eingestellt

Einen weiteren positiven Aspekt stellt das geplante Monitoring dar.

Ergänzungen:

  • Aus dem Plan und den einzelnen Vorhaben ist nirgends ersichtlich, ob die Maßnahmen ausreichen, um bis 2040 klimaneutral zu sein, auch nicht ob die Unterziele (z. B. 40% weniger Individualverkehr) erreicht werden können.
    • Machen Sie bitte ersichtlich, ob und in welchem Umfang die Maßnahmen dazu führen, dass die Ziele erfüllt werden.
  • Es fehlt eine Sektorenzuteilung des Kohlenstoff-Rest Budgets, die Definition von klaren Verantwortlichkeiten und die Angabe eines Kontrollorgans.
    • Machen Sie bitte ersichtlich, welchen Sektor welche CO2-Budgets und darauf aufbauend welche Einsparungsziele zugeteilt werden und definieren Sie die entsprechenden Verantwortlichkeiten.
    • Machen Sie bitte ersichtlich, welche Organisation, welches Amt, welche Institution die einzelnen Vorhaben kontrolliert, z. B. dass ab jetzt (2023) keine fossilen Heizungen mehr eingebaut werden dürfen.
  • Im Klimaplan fehlt die Budgetierung bzw. die Angabe von Kosten der einzelnen
    Maßnahmen
    • Machen Sie bitte ersichtlich, wie die einzelnen Maßnahmen finanziert werden sollen.

Wir sind der Meinung, dass außerdem noch folgende konkrete Punkte im Klimaplan berücksichtigt
werden sollen:

  • Konkrete Quantifizierung der CO2 Ersparnis bei den einzelnen Maßnahmen. Dies erleichtert die Kontrolle der Ziele und die Priorisierung der Maßnahmen.
  • Konkrete Maßnahmen und Kontrolle, dass ab jetzt keine direkten oder indirekten Förderungen mehr für die Nutzung von fossilen Energieträgern, wie z.B. für den Ausbau des Erdgasnetzes genehmigt werden und stattdessen diese Gelder dem Ausbau erneuerbarer Energieträger zur Verfügung gestellt werden.
  • Konkrete Maßnahmen für den Ausstieg aus den 80.000 fossilen Heizanlagen in Südtirol. Definition der entsprechenden Rahmenbedingungen, sowie des notwendigen Budgets, um die Wärmewende sozialverträglich umzusetzen.
  • Konkrete Maßnahmen wie die Radinfrastruktur wo, bis wann und mit welchen finanziellen
    Mitteln ausgebaut wird.
  • Konkrete Maßnahmen für den Ausbau der regenerativen Energien in Südtirol.
  • Ein höheres Ausbauziel für Fotovoltaik, da das Ziel, das im Klimaplan derzeit enthalten ist, unseren Berechnungen zufolge nicht ausreicht, um klimaneutral zu werden.
  • Schaffung des Klimasekretariats mit einer angemessenen Zahl an Fachleuten, die sich um
    die Umsetzung der gesamten Projekte kümmern.
  • Definition einer „Eskalationsstrategie“,die genau festlegt, was passiert, wenn z. B. ein Sektor seine Ziele nicht erreicht.

Es ist unserer Meinung nach essentiell, dass der Klimaplan als ein übergeordnetes Dokument eingestuft wird und seine Zielsetzung in allen anderen Rechtsakten berücksichtigt und wo sinnvoll die spezifischen Maßnahmen als übergeordnete Richtlinien mit aufgenommen werden. Machen Sie bitte ersichtlich, wie das gewährleistet sein wird.

Kurzversion: Verwaltungsgericht Bozen kippt Teile des Energie-Dekrets: 

Nicht weniger Klimaschutz, sondern mehr Rechts- und Planungssicherheit

Verwaltungsgericht Bozen kippt Teile des Energie-Dekrets

Nicht weniger Klimaschutz, sondern mehr Rechts- und Planungssicherheit

Das Urteil als Auftrag

Nicht bremsen, sondern beschleunigen

Wie wollen Südtirols Gemeinden mit neuen Gas- und Ölheizungen bis 2040 klimaneutral werden?

Südtirol hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt: Klimaneutralität bis 2040. Zahlreiche Gemeinden bekennen sich öffentlich zu diesem Ziel und verabschieden Klimapläne sowie Nachhaltigkeitsstrategien. Dafür wird auch viel Steuergeld eingesetzt. Gleichzeitig prozessiert eine mehrheitlich im Besitz der Gemeinden stehende Gesellschaft gegen das Land Südtirol, dass weiterhin neue Gas- und Ölheizungen eingebaut werden dürfen.

  • klare politische Rahmenbedingungen für den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen und eine Strategie für die Stilllegung großer Teile der Erdgasnetze
  • verbindliche Zeitpläne für Gemeinden, insbesondere für sogenannte Wärmepläne
  • gezielte Förderungen und Beratung für Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasse und andere erneuerbare Lösungen 

Für eine fossilfreie Zukunft: Südtirols Gemeinden müssen Verantwortung übernehmen

Das D.LH. 6/2025 – ein Rückblick

  • Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeffizienz
  • Kritik und fehlende Kontrollmechanismen


Das D.LH. 6/2025 – ein Ausblick

Wärmewende statt fossiler Abhängigkeit

Ein Appell an die Gemeinden

Wasserstoff in Südtirol – quo vadis 

Wasserstoff wird in klima- und energiepolitischen Debatten kontrovers diskutiert. Auch in Südtirol ist das Thema Wasserstoff aktuell sehr präsent, vor allem, weil bald 20 Mio € in ein neues Wasserstoffzentrum investiert werden. 

  • Wasserstoff (H2) ist in der Natur nur in geringem Maße vorhanden , . In der Regel muss er deshalb  über energieintensive chemische Prozesse produziert werden. Da er durch Reaktion (z. B. bei der Verbrennung)  mit Sauerstoff (O2), beispielhaft aus der Luft, zu harmlosem Wasser oxidiert und dabei die bei seiner Produktion zugefügten Energie wieder freisetzt, kann er als Energiespeicher verwendet werden.
  • Wasserstoff wird aktuell in größerem Maßstab für Industrieprozesse benötigt und überwiegend aus Erdgas mittels Dampfreformierung produziert. Dabei wird für den Prozess Erdgas und dessen gespeicherte Energie genutzt. Es entsteht als Nebenprodukt Kohlendioxid (CO2), das in die Atmosphäre emitiert wird und somit als Treibhausgas wirkt. Der so produzierte Wasserstoff wird daher als “grauer Wasserstoff” bezeichnet.
  • Wasserstoff kann zudem mittels elektrischer Energie durch Elektrolyseure direkt aus Wasser produziert werden, wobei als Nebenprodukt nur harmloser Sauerstoff (O2) entsteht. Sofern die elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen stammt, ist diese Umwandlung klimaneutral und wird  als “grünen Wasserstoff” bezeichnet.
  • Eine klassische Verbrennung beispielhaft in einem Großkraftwerk zur Stromproduktion, mit Verlusten von rund 40-60%.
  • Mittels Brennstoffzellen, die beim aktuellen Entwicklungsstand ebenfalls rund 30-40% Verluste aufweisen. Insgesamt betragen daher auch in diesem Fall die Verluste von der Produktion des Wasserstoffs bis zur Verwendung der gespeicherten Energie 50-70%.

Zukunftschance Batterien?

Ein Blick nach Innen Zukunftschance Batterien?

Weiterführende Informationen

Geladen – der Batterie Podcast

Tagesspiegel – Gradmesser

Der Standard

MAN-Chef: „Wir sehen, dass Wasserstoff viel zu teuer ist

Einteilung von Wasserstoff-Einsatzgebieten nach Energieeffizienz

Die Südtiroler Wasserstoffillusion – Ein Millionengrab?

„Alle öffentlichen Investitionen in die Wasserstoffmobilität stoppen und ein Expertengremium zur Neuausrichtung der Wasserstoffstrategie einrichten“,  fordert der Klima Club Südtirol (KCS). 

Südtirols Wasserstoffstrategie ist mittlerweile mehrere Jahre alt und sollte dringend überarbeitet werden. Der KCS ist für Wasserstoff in Bereichen wie der saisonalen Energiespeicherung, der chemischen Produktion und der grünen Stahlerzeugung, jedoch gegen Wasserstoff bei Bussen, Zügen und im Schwerlastbereich. Industrien, wo es in Zukunft Wasserstoff benötigt, gibt es in Südtirol kaum!

Südtirol investiert mehrere Millionen Euro in Wasserstoffbussen und Wasserstofftankstellen – mit demselben Betrag könnten heute schon vermehrt batterieelektrische Busse im innerstädtischen aber auch im Überland-Bereich finanziert werden. Insbesondere die elektrische Infrastruktur für die Beladung von Elektrobussen und LKWs bedarf eines raschen Ausbaus. Eine konsequente Förderung der Elektromobilität könnte Südtirols Mobilität langfristig nachhaltig machen.

Der batterieelektrische Antrieb ist bis zu dreimal energieeffizienter und zudem günstiger als Wasserstoffmobilität und bereits millionenfach am Markt verfügbar. Führende LKW- und Bushersteller bekennen sich öffentlich dazu, dass der Wasserstoffantrieb lediglich eine Nischenlösung darstellt, während sich die Gegenwart und Zukunft eindeutig in Richtung batterieelektrischer Antrieb bewegen. Südtirol, mit seiner hohen Stromverfügbarkeit, oft belasteten Luftqualität und idealen Geländetopographie, bietet perfekte Voraussetzungen für batterieelektrische Busse als Schlüssel zu einem grünen öffentlichen Verkehr – insbesondere dort, wo leitungsgebundene Verkehrsmittel wie Züge oder Straßenbahnen nicht einsetzbar sind.

Südtirol braucht keine Illusionen, sondern kluge und nachhaltige Entscheidungen. Der Klima Club fordert die Verantwortlichen auf, umzusteuern und den Weg für eine saubere und zukunftssichere Mobilität zu ebnen.

Aus für Verbrenner in der EU ab 2035

Wasserstoff – sinnvolle Einsatzbereiche in Südtirol?

Energiewende und Wasserstoff

Mobilität und Wasserstoff

Heizen und Wasserstoff

  1. Regenerativ produzierter Wasserstoff ist auf absehbare Zeit nicht in ausreichenden Mengen vorhanden. Der verfügbare Wasserstoff wird, aus den oben erwähnten Gründen, nur dort eingesetzt, wo es keine besseren Alternativen gibt.
  2. Wasserstoff wird so teuer sein, dass der Betrieb einer Heizung mit grünem Wasserstoff um ein Vielfaches teurer ist  als andere Alternativen. Die Energieökonomin (sowie Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW) Claudia Kemfert vergleicht das Heizen mit Wasserstoff mit “Duschen mit Champagner”.

Südtirol und Wasserstoff

Einteilung von Wasserstoff-Einsatzgebieten nach Energieeffizienz
Quelle Graphik:  https://mobile.twitter.com/wozukunft/status/1436681783920242696

Empfehlenswerte Lektüre: https://www.energie-experten.org/energie-sparen/energieverbrauch/energietraeger/wasserstoff;

Ende der Gas-und Ölheizungen in Sicht

Treffen 14.03.2024 mit Landesrat Peter Brunner

  • Wärmepumpenförderung beim Heizungstausch in der Sanierung
  • Einführung eines Stromtarifs für Wärmepumpen
  • Energiepolitik zur Steigerung der erneuerbaren Stromproduktion 
  • Strategie zum Rückbau des Methangas-Netzes
  • Aufbau eines Wärmepumpen-Kompetenzzentrums als Informationsstelle für Bürger. 

Offener Brief an Landesrat Brunner

Sehr geehrter Herr Landesrat Brunner,
wir gratulieren Ihnen für das wichtigste Ressort in der ganzen Landesregierung. 
Die nächsten Jahre sind entscheidend, ob wir die Klimakatastrophe noch abwenden können. 

Südtirol ist dabei besonders gefordert, da wir zum einen aufgrund der indirekten Emissionen überdurchschnittlich viel CO₂ je Bürger ausstoßen, zum anderen alle Ressourcen haben, um dies zu verhindern.
Sie haben wesentlichen Einfluss darauf, ob wir in Südtirol zumindest die selbstgesteckten Klimaziele erreichen oder nicht. 
Sowohl der Klimaplan als auch das Koalitionsprogramm setzen dabei ehrgeizige Ziele, bleiben zugleich jedoch in vielen entscheidenden Punkten vage bzw. fordern für diese weitergehende Studien.
Es liegt nun an Ihnen, diesen unseren lokalen und über viele Jahre verschleppten  “Findungsprozess”, der sowohl in der EU als auch in den meisten nördlichen Nachbarländern schon weitgehend abgeschlossen ist, zu beschleunigen, damit aus diesen Zielen kein Papiertiger wird. Siehe dazu als Negativbeispiel unseren bisherigen Klimaplan. 
Wir vom Klima Club Südtirol stehen Ihnen dabei gerne mit unserem Know-How zur Verfügung. 
Wir haben uns in unserem bisherigen beruflichen Leben und bei unserer ehrenamtlichen Tätigkeit im Klima Club sehr mit dem Weg hin zum Klimaland Südtirol beschäftigt. 

Wir erlauben uns, Ihnen die aus unserer Sicht wichtigsten Schritte dafür kurz zu nennen:

  1. Klimagesetz: Nur ein Klimagesetz gibt uns die Sicherheit, dass der heute eingeschlagene Weg auch konsequent verfolgt wird.
  2. Klimafond: Die vorhandenen Gelder aus dem Landeshaushalt müssen dort eingesetzt werden, wo mit den Mitteln die größtmögliche Einsparung von Treibhausgasen möglich ist. 
  3. Informationspolitik: Die Bürger sollten über verschiedene Kanäle an die Problematik herangeführt und über Lösungsmöglichkeiten informiert werden.  
  4. Wärmewende: Ein sozialverträglicher Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen muss sofort gestaltet werden, um allen Südtirolerinnen und Südtirolern Zugang zu nachhaltiger Wärme zu ermöglichen. Den Worten des Klimaplanes, keine neuen Gas- und Ölheizungen mehr zuzulassen, müssen nun Taten folgen.
  5. Nachhaltige Mobilität: Eine nachhaltige Mobilität muss auf den beiden Grundsteinen Vermeiden und Verlagern aufbauen. Der nicht vermeidbare motorisierte Verkehr muss elektrifiziert werden. Die Information und Einbindung der Bürger sind in diesem Prozess essenziell.
  6. Photovoltaik-Ausbau: Um auch nach der erfolgreichen Elektrifizierung unserer motorisierten Mobilität und der Heizungen ausreichend leistbare nachhaltige elektrische Energie zur Verfügung zu haben, brauchen wir einen massiven Ausbau der Photovoltaik, um rund 1.800 MW. Die Errichtung dieser Anlagen an und auf Gebäuden sowie durch Agri-PV Anlagen muss sofort massiv befördert werden. Wir brauchen keine neuen Versuchsanlagen und Studien.
  7. Beschleunigung: Abläufe müssen beschleunigt und entbürokratisiert werden, auch bei vom Land direkt oder indirekt kontrollierten Gesellschaften. Beispielhaft muss die Genehmigung und die Errichtung eines Netzanschlusses für PV-Anlagen massiv beschleunigt werden.

Klimaschutz sollte nicht komplizierter gedacht werden als dieser ist. Wenn wir zuerst das umsetzen, was den größten Hebel hat, dann schaffen wir die Voraussetzung für den zweiten und schwierigeren Schritt, die komplette Dekarbonisierung unserer Gesellschaft.