Der Klima Club Südtirol reagiert mit tiefer Betroffenheit auf die jüngsten Extremwetterereignisse in Europa, darunter über 10.000 Hitzetote1 und 300.000 Evakuierte2 durch Waldbrände. Angesichts des Klimawandels fordert der Verein eine radikale Wärmewende und empfiehlt den schnellen Ausstieg aus fossilen Heizungen durch Nutzung der bis zu 80-prozentigen Landesförderung.
Der Klima Club Südtirol spricht den Angehörigen der tausenden Menschen, die in den vergangenen Monaten infolge der extremen Hitzewellen in Europa ihr Leben verloren haben, sein tiefes Mitgefühl aus. Ebenso gilt die Solidarität des Vereins den unzähligen Menschen, die durch die verheerenden Waldbrände ihr Zuhause verloren haben oder zur Flucht gezwungen wurden. Allein auf Sizilien, Sardinien, in Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland mussten mittlerweile mehr als 300.000 Menschen ihre Häuser verlassen und in Notunterkünften Schutz suchen.
Ein großer Dank gilt den Einsatzkräften, die unter schwierigsten Bedingungen und oft rund um die Uhr im Einsatz waren, um Menschenleben zu retten und die Brände zu bekämpfen. Ihr außergewöhnlicher Einsatz verdient höchste Anerkennung und größten Respekt.
Die jüngsten Extremereignisse zeigen deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels immer gravierender werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Hitzewellen und Waldbrände durch die fortschreitende Erderwärmung verstärkt werden. Sollte sich die globale Erwärmung wie prognostiziert fortsetzen, ist mit einer weiteren Zunahme solcher Katastrophen zu rechnen.
Um die schlimmsten Folgen der Klimakrise noch abzuwenden, braucht es jetzt entschlossenes und rasches Handeln. Rund 80 Prozent der Erderwärmung sind auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurückzuführen. Auch in Südtirol besteht weiterhin großer Handlungsbedarf: Noch immer werden mehr als die Hälfte aller Heizungen mit fossilen Energieträgern – insbesondere Erdgas – betrieben.
Der Klima Club Südtirol fordert daher einen konsequenten und möglichst schnellen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen. Dass dieser Wandel möglich und von vielen Menschen gewünscht ist, zeigt sich bereits heute: Immer mehr Südtirolerinnen und Südtiroler ersetzen ihre Gasheizung durch klimafreundliche Alternativen. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Landesförderungen für Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen deutlich gestiegen. Das Land Südtirol hat auf diese Entwicklung reagiert und weitere finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Landesrat Brunner hat mitgeteilt, dass “jeder Antrag, der den Kriterien entspricht, angenommen wird“.
Der Klima Club Südtirol empfiehlt allen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern, die Möglichkeit zu nutzen, möglichst rasch auf erneuerbare Heizsysteme umzusteigen und die sehr großzügigen Landesförderungen von bis zu 80 Prozent in Anspruch zu nehmen. Gerade im Heizungsbereich verfügt Südtirol über die technischen Möglichkeiten, das notwendige Know-how und attraktive Förderinstrumente, um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zügig voranzutreiben. Jetzt gilt es, diese Chancen konsequent zu nutzen – für den Klimaschutz, für mehr Versorgungssicherheit und für die kommenden Generationen.
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